Mit CO2OL-Kunden im Aufforstungsprojekt in Äthiopien

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Im April 2019 besuchte CO2OL gemeinsam mit Vertretern von Unternehmen, die das Klimaschutzprojekt Sodo Community Reforestation unterstützen, die Projektregion und Partner in Äthiopien.

Auch unser neues Aufforstungsvorhaben in der Humbo Region, unweit von Sodo, stand dabei auf dem Programm.

Unsere Reise und die frischen Eindrücke nehmen wir zum Anlass Ihnen von jüngsten und zukünftigen Entwicklungen in unseren äthiopischen Projekten zu berichten.

Ein besonderer Dank geht dabei an Climate Change Manager Kebede, Projektkoordinator Teshome aus dem Field Office in Sodo sowie an Haile Hatiye und Jemaneh Deboch, den Vorsitzenden der Kooperativen-Union von Sodo und Humbo, für ihre hervorragende Organisation, die vielen herzlichen Begegnungen und unvergesslichen Eindrücke vor Ort.

Projekt: Sodo Community Managed Natural Regeneration

Was dieses Projekt so besonders macht, ist die angewandte Methode für die Renaturierung, genannt Farmer Managed Natural Regeneration. Dies zeigten die von uns besichtigen Aufforstungsfläche deutlich: In graden Reihen gepflanzte Bäume sucht man hier vergeblich. Vielmehr befindet man sich in mitten einer natürlichen Mischung aus Bäumen und Sträuchern, welche die Berghänge ich dichtes Grün verwandeln. Hierfür wurden zu Projektbeginn noch vorhandene Wurzelreste und Baumstümpfe wieder zum Wachsen gebracht und die Projektflächen von den Kooperativen unter Schutz gestellt. Somit können sich die Bestände allmählich wieder erholen und eine üppige Vegetation hervorbringen. Besonders deutlich wird der Effekt bei einem Blick auf den Verlauf der Projektgrenzen, wo der wieder hergestellte Wald direkt an die nun als landwirtschaftliche Fläche genutzten Gebiete anschließt. – Wieder entdeckt und großflächig zum Einsatz gebracht in trockenen Gebieten Afrikas wurde die Aufforstungstechnik vom australischen Agrarwissenschaftler Tony Rinaudo, der hierfür 2018 den „Alternativen Nobelpreis“ erhielt.

Ein gutes Beispiel dafür, wie die Erlöse aus dem Verkauf der CO2-Zertifikate vor Ort eingesetzt werden, um in den Gemeinden neue Einkommensmöglichkeiten zu erschließen, sind die Baumschulen in den Sodo Kooperativen. Hier werden vor allem Obstbäume gezüchtet und angebaut, die anschließend in der Region verkauft werden. Dazu bedarf es auch Bienen, die hierfür angesiedelt wurden. Ursprünglich sollten die Bienen in der Baumschule nur die eigene Pflanzenzucht bestäuben, aber ihre Haltung hat sich zu einem eigenen und wachsenden wirtschaftlichen Standbein entwickelt.  Bienenvölker nisten zunächst in traditionellen Bienenstöcken und werden später in moderne Stöcke umgesiedelt. So kann der Honig einfacher geerntet und gepresst werden.

Ein anderes Beispiel bieten die Eco Lodges (weil vergleichsweise klein auch Eco Huts genannt). Diese werden ebenfalls durch die CO2-Einnahmen ermöglicht. In Zukunft können sie Tagesbesucher beherbergen, welche die Region besuchen und die artenreichen Bergwälder entdecken möchten. Dort werden auch traditionelle Kaffeezeremonien angeboten – all das sind zusätzliche und nachhaltige Einnahmemöglichkeiten für die Leute vor Ort.

Während einer solchen Kaffeezeremonien berichteten uns Menschen, die hier im Projekt arbeiten, von ihren Erfahrungen in den vergangenen Jahren. Anfangs sei noch reichlich Überzeugungsarbeit bei etlichen Dorfbewohnern notwendig gewesen; immerhin sollten die Gemeinden auf Brennholz aus dem Projektgebiet verzichten. Doch mittlerweile seien die positiven Effekte für alle Menschen spürbar. Die folgenden Gründe und Verbesserungen wurden uns in Gesprächen wiederholt genannt:

  • Zahlreiche natürliche Wasserquellen haben sich wieder regeneriert. Früher mussten viele Kleinbauern durch die zunehmende Trockenheit umziehen; nunmehr ist während des gesamten Jahres ausreichend Wasser für die Landwirtschaft in den umliegenden Regionen verfügbar.
  • Einnahmeerlöse aus CO2-Zertifikaten, Saatgut, Baumschulen, Bienenhaltung, Eco Lodges kommen allen Bewohnern zugute. Gemeinsam wird diskutiert und entschieden, wie die Einnahmen am sinnvollsten eingesetzt werden sei es für Investitionen in die dörfliche Infrastruktur oder auch zur Unterstützung einzelner Familien.
  • Durch eigens angelegte Baumbestände, Holz aus den Feuerschneisen zum Brandschutz und verbesserter Waldpflege haben alle Familien ausreichend Brenn- und Bauholz zur Verfügung; gleichzeitig kann der Wald und seine ökologischen Funktionen erhalten werden.
  • Um den Projekterfolg langfristig zu gewährleisten, wurden in der Region eigens fünf Kooperativen gegründet, ein demokratisches Gremium zu Projektmanagement, -kommunikation und Einnahmenverwaltung. Einmal die Woche sind alle Mitglieder aufgefordert, sich bei einer gemeinsamen Arbeit entweder in der Baumschule, beim Bäume pflanzen, in der Waldpflege oder beim Erhalt der Feuerschneisen zu beteiligen. So werden Gemeinschaft und Zusammenhalt der Kleinbauern zusätzlich gestärkt.

Zu guter Letzt: Mehrfach wurde an uns die Bitte herangetragen, den Unterstützern in Europa von der engagierten Arbeit vor Ort und den Erfolgen zu berichten. Die Kommunen nehmen ihre Rolle als Klimaschutz-Partner sehr ernst, ihre Mitglieder sind sichtbar stolz auf das Erreichte – zu Recht, wie wir finden.

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Projekt: Humbo Assisted Natural Regeneration

Dank der erfolgreichen Zusammenarbeit mit unseren Partnern und den Gemeinden in Äthiopien haben wir uns entschieden, ein weiteres Aufforstungsvorhaben zu unterstützen – in der Nachbargemeinde Humbo. Dort setzen wir auf die gleiche Aufforstungs- und Bewirtschaftungstechnik wie in Sodo: Kleinbauern, die in Kooperativen organisiert sind, regenerieren und pflegen die Waldbestände ihrer Region. Das Vorhaben in der Gemeinde Humbo wurde vor einigen Jahren parallel mit dem Sodo Projekt gestartet jedoch ursprünglich von der Weltbank unterstützt. Diese Förderung läuft nun aus. Daher haben wir uns gemeinsam mit den Kommunen und der Organisation World Vision entschlossen, beide Projekte in Zukunft zu kombinieren und weiter zu entwickeln – eine Idee, die auch bei unseren Kunden auf großes Interesse und Zuspruch stößt.

Die Waldflächen sind mit 2.728 ha merklich größer als in Sodo, das Gelände ist weitläufiger und hügeliger. An vielen Stellen konnten wir beobachten, wie noch erhaltene Baumstümpfe wieder neu austreiben. Wer die Berggipfel erklimmt, kann aus der „Vogelperspektive“ deutlich den Unterschied erkennen zwischen Arealen, die bereits zum Projekt gehören und begrünt sind und solchen die noch nicht Bestandteil und karger sind.

Eine wesentlicher Fortschritt für die Menschen in Humbo sind die neu errichteten Getreidemühlen. In der Vergangenheit mussten die Dorfbewohner mindestens zwei volle Tage einplanen, um ihr Getreide zur nächstgelegenen Mühle zu transportieren. Jetzt können sie direkt vor Ort zwei von den Kooperativen betriebene Getreidemühlen nutzen. Dies spart Zeit, Aufwand und stellt zudem faire Preise sicher. Die Mühlen werden von den Kooperativen selbst betrieben, die hierfür entsprechend ausgebildet wurden. Wie stolz die Mitglieder der Kooperativen auf „ihre“ Getreidemühlen sind und wie sehr sie das Leben erleichtern, war während unseres Besuches spürbar.

Ähnlich wichtig für die langfristige Versorgung und Autonomie der Kooperativen ist das aufgebaute Getreidelager. Dort wird Saatgut eingelagert und in knappen Zeiten zu vorteilhaften Preisen wieder ausgegeben. Zudem wird hier der Verkauf von Saatgut und Getreide verwaltet. Dadurch wird einerseits Einkommen ermöglicht. Zudem wird aber auch Saatgut aus dem Wald in Humbo in anderen Regionen des Landes eingesetzt, um dort Wälder zu regenerieren – und so der positive Effekt im ganzen Land vervielfacht.

Unsere Begegnungen mit den Verantwortlichen in Humbo zeigten, wie froh man darüber ist, das Projekt nach Auslaufen der Weltbank-Finanzierung weiter zu führen. Mehr noch: Bereits jetzt suchen wir gemeinsam nach neuen Aufforstungsflächen in den Regionen Sodo und Humbo, um das erfolgreiche Konzept zur Renaturierung auszubauen und weitere Gemeinden mit einzubeziehen.

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